Ortskernsanierung

Einfache Stadterneuerung Wald-Michelbach 1986 - 2005

Im Zuge der Gebietsreform in den Jahren 1970-1972 wurden verschiedene kleinere Gemeinden der Region "Überwald" in die Gemeinde Wald-Michelbach eingegliedert. Dadurch entstand die heutige Großgemeinde Wald-Michelbach mit ihren 10 Ortsteilen.
 
Klicken Sie auf dieses Bild um es zu vergrößernBedingt durch die Gebietsreform war die Gemeinde Wald-Michelbach in den folgenden Jahren an ihre Zusagen aus den Eingliederungsverträgen gebunden. In dieser Zeit wurden in allen Ortsteilen Investitionsmaßnahmen durchgeführt. Die vorhandenen Finanzmittel wurden für diese Vorhaben eingesetzt, wodurch dringende Sanierungs- und Investitionsvorhaben in der Kerngemeinde zwangsläufig zurückgestellt werden mussten.
 
Im Jahr 1984 reichte die Gemeinde Wald-Michelbach einen Antrag beim Land Hessen zur Aufnahme in das Förderprogramm "Einfache Stadterneuerung" ein. Diesem Antrag wurde stattgegeben und unsere Gemeinde im Jahr 1986 in das Landesprogramm aufgenommen. Für die Erstellung des erforderlichen Rahmenplanes wurde das Planungsbüro Rau in Erbach ausgewählt.
 
In Abstimmung mit dem Land Hessen hat das Planungsbüro Rau für die Gemeinde Wald-Michelbach die erforderliche Planung erstellt, in der die Grenzen des Erneuerungsgebietes sowie die vorgesehenen Maßnahmen für einen Zeitraum von 12 Jahren festgelegt wurden.
 
Mit der Aufnahme in das Landesprogramm war es der Gemeinde Wald-Michelbach möglich, die vorhandenen städtebaulichen Mängel zu beseitigen und die Attraktivität des Ortskerns erheblich zu steigern.
 
Die wesentlichen Ziele dieses Programms waren:
 
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Verbesserung der Infrastruktur und des Wohnumfeldes.
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Durchführung von Verkehrsordnungsmaßnahmen.
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Verbesserung und Schaffung von Infrastruktureinrichtungen (Parkplätze, Veranstaltungsflächen, Straßen, Verbindungswege, Spielplätze).
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Steigerung der Attraktivität für die örtlichen Gewerbebetriebe und die Geschäftswelt sowie Verbesserungen für den Bereich "Fremdenverkehr".
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Ansiedlung von Gewerbebetrieben, Ärzten und Büros im Erneuerungsgebiet.
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Bessere Nutzung des innerörtlichen Bereiches entlang des Bachlaufes.
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Durchführung privater Erneuerungsmaßnahmen und Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in zentraler Ortslage.
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Verbesserung der Lebensqualität und Förderung der örtlichen Gemeinschaft.
 
Nach der Aufnahme in das Landesprogramm "Einfache Stadterneuerung" wurde ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Gemeindevorstandes, der Gemeindevertretung, dem Planer sowie Mitarbeitern der Verwaltung gebildet. Er befasste sich in den folgenden Jahren mit allen anstehenden Fragen zu dieser Thematik.
 
Ein großes Anliegen der Gemeinde und des Planers war es, die Haus- und Grundstückseigentümer im Erneuerungsgebiet in den Umgestaltungsprozess einzubinden. Aus diesem Grund wurden vor Erstellung des Rahmenplanes alle betroffenen Bürger zu einem Beratungsgespräch mit dem Planer eingeladen, um deren Beratungsbedarf zu ermitteln und zu ergründen, ob von privater Seite bauliche Veränderungen oder Instandsetzungen geplant waren. Diese Gespräche wurden sehr positiv aufgenommen. Für den Planer ergaben sich oftmals sehr nützliche Hinweise, die bei späteren Planungen berücksichtigt werden konnten.
 
Aufgrund der Vielzahl der Maßnahmen musste während der gesamten Laufzeit dieses Förderprogramms ständig Kontakt zum Land Hessen, zu Fachbehörden, zur Denkmalpflege und zu Versorgungsunternehmen gehalten werden, um einen ordnungsgemäßen Ablauf der öffentlichen und privaten Vorhaben zu gewährleisten.
 
 
Umfang des Erneuerungsgebietes:
 
Nach einer Ortsbegehung und Beratungen wurde das Erneuerungsgebiet mit Zustimmung des Landes Hessen wie folgt festgelegt: 
 
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Ludwigstraße von Einmündung Schulstraße bis Michelstraße, Adam-Karrillon-Straße einschließlich dem Gebiet um die Kirchen.
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Schwalbengasse ab Einmündung Schulstraße, Bereich “Am Bahnhof“ einschließlich dem ehemaligen Bahnhofsgebäude mit angrenzenden Freiflächen.
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Michelstraße.
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Schulstraße.
 
Finanzierung der Maßnahme in den Jahren 1986 bis 2005:
 
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Für das Programm hat das Land Hessen im Zeitraum 1986 bis 1997 Zuschüsse in Höhe von 70 % - 80 % der förderfähigen Kosten gewährt, insgesamt:
 
 
3.079.000,00 €
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Eigenanteil der Gemeinde am Landesprogramm:
1.006.222,00 €
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Vom Land Hessen bewilligte förderfähige Kosten:
4.085.222,00 €
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Von der Gemeinde wurden über die bewilligten förderfähigen Kosten im Laufe der Jahre zusätzliche Haushaltsmittel für ergänzende Maßnahmen bereitgestellt, insgesamt:
 
 
1.630.078,00 €
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Dies ergibt einen Finanzierungsanteil der Gemeinde in Höhe von:
2.636.300,00 €
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Gesamtausgaben 1986 - 2005:
5.715.300,00 €
 
Obwohl alle Maßnahmen gemäß den Vorgaben des Landes öffentlich ausgeschrieben wurden, konnten bei der Auftragsvergabe überwiegend Handwerksbetriebe und Bau- und Lieferfirmen aus Wald-Michelbach und Umgebung berücksichtigt werden. Dies war in der wirtschaftlich schwachen Region "Überwald" enorm wichtig, um den Standort der örtlichen Betriebe sowie die dort vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern.
 
Im Zuge des Landesprogramms "Einfache Stadterneuerung" wurden folgende öffentliche Maßnahmen ausgeführt:
 
1986: Rahmenplanung
 
Mit der Rahmenplanung wurden in Absprache mit dem Land Hessen der Umfang des Erneuerungsgebietes sowie die vorgesehenen Maßnahmen festgelegt. Außerdem wurde in einem Zeitplan die Durchführung der einzelnen Vorhaben während der Förderdauer geregelt.
 
1987: Heimatmuseum und Beseitigung eines Verkehrsnotstandes am Haus "Krebs"
 
Als erstes Projekt wurde im Jahr 1987 die Instandsetzung und Renovierung des ehemaligen Rathauses aus dem Jahr 1594 durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde dieses ortsbildprägende Fachwerkgebäude von Grund auf saniert und dort anschließend ein Heimatmuseum eingerichtet.
 
Seit der Renovierung wird dieses Gebäude von ehrenamtlichen Helfern des "Überwälder Museums- und Kulturvereins" betreut und jährlich von vielen Besuchern frequentiert. In den Räumlichkeiten finden regelmäßig Sonderausstellungen von Vereinen oder Institutionen statt, die sich auch bei der Bevölkerung unserer Region großer Beliebtheit erfreuen.
Im Erdgeschoss wurde außerdem eine öffentliche Toilettenanlage eingerichtet, die bei Veranstaltungen im Ortszentrum geöffnet ist.
 
 
Als weitere begleitende Maßnahme erfolgte die Sanierung des ehemaligen Hauses "Krebs" in der Ludwigstraße. Im Zuge dieses Vorhabens wurde ein ehemaliges ortsgeschichtlich wertvolles Wohn- und Geschäftshaus instandgesetzt und gleichzeitig ein Verkehrsnotstand im Kreuzungsbereich der Ludwigstraße / Adam-Karrillon-Straße. beseitigt. Durch eine Arkadierung des Gebäudes im Erdgeschoss ist es für Fußgänger jetzt möglich, diesen stark befahrenen Kreuzungsbereich gefahrlos zu passieren. Außerdem konnte nach der Renovierung dort wieder ein Ladengeschäft seinen Betrieb aufnehmen und es wurden zwei Wohneinheiten in zentraler Ortslage geschaffen.
 
 
1988 - 1989: Baumaßnahme "In der Gass 5"    
   
Klicken Sie auf dieses Bild um es zu vergrößernIn diesem Gebäude befand sich bis zum Jahr 1984 das Rathaus der Gemeinde Wald-Michelbach. Durch umfangreiche Renovierungsarbeiten in der Zeit von 1988 bis 1990 konnte das Gebäude komplett saniert und durch einen optisch gelungenen Anbau eine Baulücke geschlossen werden.
 
Heute sind im Erdgeschoss eine Gaststätte und in den beiden Obergeschossen zwei Wohnungen untergebracht. Die Gaststätte trägt mit zur Belebung des Ortskerns bei.
 
Außerdem wurde der angrenzende Bachlauf neu gestaltet. Auf einer neugeschaffenen "Insel" wurde von den Betreibern der Gaststätte ein Biergarten eingerichtet, der in den Sommermonaten zur Einkehr einlädt.
 
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1988 - 1990: Neugestaltung des Bereiches "In der Gass"
 
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Ebenfalls im Jahr 1988 wurde mit der grundlegenden Neugestaltung der Straße "In der Gass" begonnen. Diese Maßnahme im Zentrum unserer Gemeinde stellte eine besondere Herausforderung dar, weil auch die Neugestaltung des Bachlaufes in die Planungen mit einbezogen werden musste. Neben der statischen Absicherung wurde der Bachlauf auf Teilstücken wieder geöffnet.
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Außerdem wurden eine Fahrbrücke und eine Fußgängerbrücke sowie die erforderlichen Geländer zur Absicherung installiert.
 
Eine besondere Note erhielt diese Straße durch die neue Pflasterung, die verkehrsberuhigte Gestaltung und die abschließenden Begrünungsmaßnahmen. Zur Abrundung der “Gass“ wurde der historische Brunnen einschließlich des Brunnenstocks neu aufgebaut.
 
Durch die kleinen Ladengeschäfte, eine Gastwirtschaft mit Biergarten, das Heimatmuseum sowie ein gemütliches Straßencafe erwies sich dieser Bereich in den vergangenen Jahren als attraktives Ziel für Besucher unserer Gemeinde.
 
 
 
 
1989 - 1990: Gestaltung Parkplatz "In der Gass"
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"In der Gass" wurde ein brachliegendes Gelände, auf dem sich früher das örtliche Kino befand, bereits provisorisch als Parkplatz genutzt. Nach dem Erwerb eines angrenzenden Gartengrundstückes wurde bei der Rahmenplanung festgelegt, dass die vorhandenen Freiflächen neu gestaltet werden sollten.     Klicken Sie auf dieses Bild um es zu vergrößern
 
 
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Die Gesamtfläche wurde erschlossen und mit einem Pflasterbelag versehen. So entstand ein multifunktionaler Platz, der Parkmöglichkeiten bietet oder bei örtlichen Veranstaltungen genutzt werden kann.
 
   
 
 
1990- 1992: Begrünungsmaßnahmen  
      
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Nachdem die Tiefbauarbeiten in der "Ludwigstraße" und "In der Gass" abgeschlossen waren, konnten die umfangreichen Begrünungsmaßnahmen auf diesen Teilstücken vorgenommen werden.    
 
Diese Anpflanzungen, insbesondere die Baumpflanzungen, trugen wesentlich zur Auflockerung des gesamten Ortskerns bei.
 
 
 
   
 
1991: Instandsetzung und Renovierung des “Adam-Karrillon-Hauses“
 
In diesem Programmjahr wurde das Geburtshaus des Heimatdichters Adam Karrillon komplett renoviert. Durch diese Renovierung konnte die historische Bausubstanz gesichert und insgesamt drei Wohneinheiten erhalten werden.
Außerdem wurde durch eine Hangabsicherung mit einer Trockenmauer die Voraussetzung dafür geschaffen, dass auch die Freifläche um das Gebäude weiterhin genutzt werden kann.
 
 
1992: Verkehrsordnung "Parkplatz Neukauf" und Kinderspielplatz in der Michelstraße
 
Im Vorplatzbereich des dortigen Geschäftszentrums bestand bis zum Jahr 1991 eine ungeordnete Parksituation. Weil ausparkende Fahrzeuge oftmals in die stark befahrene Ludwigstraße zurückgestoßen sind, ereigneten sich an dieser Stelle immer wieder Verkehrsunfälle und es kam wiederholt zu Behinderungen für den fließenden Verkehr . Mit Zustimmung des Grundstückseigentümers hat die Gemeinde die Verkehrsführung sowie die Anordnung der Parkplätze verändert und damit einen Unfallschwerpunkt an der Ortsdurchfahrt beseitigt.
 
Im Ortskern war bis zum Jahr 1992 kein Kinderspielplatz vorhanden. Im Zuge des Programms "Einfache Stadterneuerung" hat sich die Gelegenheit geboten, diesen Mangel in der Infrastruktur der Gemeinde zu beheben und für Kleinkinder eine Spielmöglichkeit zu schaffen. Eingegrenzt von zwei Bachläufen wurde auf einem seither brachliegenden Grundstück ein neuer Spielplatz errichtet, der den Kindern die Möglichkeit bietet, das Element Wasser in ihr kreatives Spiel einzubeziehen. Durch seine zentrale Lage wird dieser Spielplatz sowohl von jungen Eltern als auch von Kindern und Erzieherinnen eines nahegelegenen Kindergartens gerne aufgesucht.
 
 
1993 - 1994: Sanierung des ehemaligen Bahnhofs in Ober - Wald-Michelbach   
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Nach der Stilllegung der Überwaldbahn hat die Gemeinde Wald-Michelbach von der Deutschen Bahn einen Teil des Areals mit den Gleisanlagen sowie einige Gebäude erworben. Der ehemalige Bahnhof Ober-Wald-Michelbach war bis zum Jahr 1992 in Teilbereichen für Wohnzwecke vermietet.
 
Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden Überlegungen angestellt, wie die verbleibenden Räumlichkeiten einer effektiven Nutzung zu-geführt werden könnten. Nachdem Verhandlungen mit den Ärzten der Umgebung und der Kassenärztlichen Vereinigung wegen der Einrichtung einer Notfallzentrale erfolglos verlaufen waren, konnte mit den ökumenischen Pflegediensten ein neuer Interessent für das Gebäude gefunden werden.
 
Von 1993 bis 1995 wurde der gesamte Gebäudekomplex inklusive des alten Gepäckschuppens renoviert.
Nach den umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wird dieses Haus heute im Erdgeschoss komplett durch die "Sozialstation Diakonie Überwald" genutzt. Des weiteren stehen im 1. Obergeschoss Büroräume sowie zwei neu geschaffene Wohneinheiten zur Verfügung.
   
 
1995: Bereich Hofwiese / Parkplätze / Innerörtliche Verbindungswege
 
Schwerpunkt der Maßnahmen im Jahr 1995 war die Neugestaltung des Bereiches in der Hofwiese und des angrenzenden Bachlaufes. Dieser Bereich wurde in der Vergangenheit von den Anwohnern als Gartenfläche sowie von einer Baustoffhandlung als Lagerplatz genutzt. Nachdem die Gärten nicht mehr gepflegt worden waren und die Baustoffhandlung ihren Geschäftsbetrieb aufgegeben hatte, lag dieser "Grüngürtel" im Herzen unseres Ortskerns brach.
 
Diese Situation war nicht befriedigend, weil sie sich störend auf das gesamte Ortsbild ausgewirkt hat.
Die Gemeinde hatte in den Vorjahren den erforderlichen Grunderwerb durchgeführt und dieses Gebiet neu überplant. Ursprünglich war vorgesehen, die dort vorhandene Bausubstanz aus alten Scheunen zu nutzen und diese zu Wohn- und Geschäftsgebäuden umzubauen. 
Leider konnte dieser Planentwurf bis heute nicht umgesetzt werden.
In der Hofwiese ist eine große Fläche entstanden, die als Parkraum oder als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Die Gemeinde hat einen Zufahrtsweg entlang des Bachlaufs herstellen lassen, die erforderlichen Beleuchtungsanlagen installiert und die Stützmauer mit den Geländern als Absicherung zum Bachlauf errichtet.
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Zur Abrundung der Platzsituation hat der "Überwälder Museums- und Kulturverein" mit Unterstützung der "Sparkassenstiftung Starkenburg" und vielen ehrenamtlichen Helfern in den Jahren 2004 und 2005 ein "Überwälder Einhaus" originalgetreu aufgebaut.
 
In diesem Gebäude befinden sich heute das Trauzimmer der Gemeinde, das sich mittlerweile einer großen Nachfrage erfreut. Das Dachgeschoss ist von einem örtlichen Verein ausgebaut worden und wird für Vereinszwecke, aber auch für Veranstaltungen wie Dichterlesungen oder Fachvorträge genutzt.
 
In der nächsten Zeit steht noch die Gestaltung des Vorplatzes und des Außenbereiches an.
 
Im Zuge des Landesprogramms "Einfache Stadterneuerung" konnten auch einige Signal- und Anstoßwirkungen in anderen Bereichen bewirkt werden.
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Die Sparkasse Starkenburg hat das ehemalige Anwesen "Lipp" erworben und zu einer attraktiven Filiale umgebaut. Dabei wurde im Sinne der Gemeinde die historische und ortsbildprägende Fassadengestaltung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses übernommen.
 
Der Ausbau des talseitigen Kundenparkplatzes erfolgte ebenfalls im Rahmen der Gestaltungsziele der Ortskernsanierung.
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Altbestand:
 
 
  
Die Sparkasse Starkenburg hat somit einen bemerkenswerten Beitrag zur harmonischen Neugestaltung der "Hofwiese geleistet.
 
 
 
Auch andere Gebäudeeigentümer haben sich an den Konzepten und Vorgaben des Rahmenplanes orientiert. So auch die Volksbank Weinheim, die beim Ausbau des Kundenparkplatzes die gleichen Pflastersteine verwendet hat. Damit passen sich diese beiden größeren Parkplatzflächen harmonisch in das Ortsbild ein und runden den Gesamteindruck ab.  
Beide Banken haben außerdem die Einwilligung dazu gegeben, dass die Parkflächen außerhalb der Geschäftszeiten auch für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen oder bei Bedarf als Veranstaltungsfläche verwendet werden können.
       
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Auf unseren Park- und Freiflächen finden über das Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt.
 
Hier sind insbesondere die örtlichen Feste wie Kirchweih oder Heimatfest, aber auch Veranstaltungen der Wirtschaftsvereinigung wie der Gassenmarkt oder Open-Air-Veranstaltungen wie Konzerte vor dem Überwälder Einhaus zu nennen.
 
    
 
  
Ein weiterer Schwerpunkt in der Rahmenplanung war die Schaffung von fußläufigen Verbindungswegen von den Parkplätzen zu den Geschäften im Ortskern. Im gesamten Erneuerungsgebiet sind vier Verbindungswege neu geschaffen worden, die auch von den Bürgern sehr positiv aufgenommen wurden.
 
In der Kerngemeinde stehen nahezu 650 Parkplätze kostenlos zur Verfügung. Die Geschäfte sowie Veranstaltungsflächen sind daher von allen Seiten auf kurzen Wegen schnell erreichbar.
 
Dies sollte auch für auswärtige Besucher ein  Anreiz sein, ihre Einkäufe in Wald-Michelbach zu tätigen, unsere Veranstaltungen zu besuchen oder nach einem Bummel durch unseren Ort eines der Lokale oder Cafes aufzusuchen.
   
 
1996 - 1997: Neugestaltung / Verkehrsberuhigung Poststraße und Sauergasse
 
In diesen Programmjahren wurden in der Poststraße und der Sauergasse Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchgeführt und zwei stark befahrene Kreuzungsbereiche neu gestaltet. Außerdem ist in der Sauergasse ein neuer Pflasterbelag verlegt worden,
wodurch sich das Ortsbild wesentlich verbessert hat. Durch die Rinnenführung ist zusätzlich eine optische Trennung zwischen Fahrbahn und Fußgängerbereich erreicht worden, damit diese Straße, insbesondere von Schulkindern, besser begangen werden kann.
   
 
1998 - 2005:
Instandsetzung und Renovierung des Wohn- und Geschäftshauses
"In der Gass 15" und des Nebengebäudes
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In der Straße "In der Gass" befindet sich ein altes Wohn- und Geschäftsgebäude, das wegen seiner schlechten Bausubstanz dringend renovierungsbedürftig war. Von Seiten der damaligen Hauseigentümer war eine Renovierungsmaßnahme nicht vorgesehen, so dass zu befürchten war, dass dieses Gebäude in absehbarer Zeit zu verfallen drohte. Dieses Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum neuen Rathaus und bildet den Abschluss des alten Teils der Straße "In der Gass".
 
Aus städtebaulichen Gesichtspunkten war der Erhalt dieses denkmalgeschützten Gebäudes zwingend erforderlich. Die Gemeinde Wald-Michelbach hat daher das gesamte Grundstück mit den beiden Häusern erworben.
Im Zuge des I. Bauabschnittes wurde das Hauptgebäude von Grund auf saniert und kann heute mit einem Ladengeschäft und zwei Wohneinheiten wieder komplett genutzt werden. Mit dieser Maßnahme konnte der Erhalt des Fachwerkhauses sichergestellt und für den ortsbildprägende Charakter der Straße "In der Gass" erhalten werden. Aus heutiger Sicht ist die Entscheidung zum Erhalt und der Renovierung des Gebäudes äußerst positiv zu bewerten, da insbesondere das Obst- und Blumengeschäft eine optische Bereicherung ist und zu einer Belebung innerhalb des Ortskerns beiträgt.
 
In den Jahren 2003 und 2004 wurde auch das Nebengebäude renoviert und darin eine zusätzliche Wohneinheit geschaffen.
 
Im Zuge der beiden Maßnahmen wurde auch der Außenbereich neu gestaltet und ein fließender Übergang zu den Außenanlagen um das neue Rathaus geschaffen.
 
 
1998 - 2005:
Gestaltung Adam-Karrillon-Straße / Bereich "Zwischen den Kirchen" und Errichtung einer Brunnenanlage
    
Diese Maßnahme stellte den Abschluss der Vorhaben im Landesprogramm "Einfache Stadterneuerung" dar.
Das gesamte Gebiet "Zwischen den Kirchen" war aufgrund seiner ortsbildprägenden Bedeutung in das Erneuerungsgebiet aufgenommen worden. Dabei bilden die beiden Kirchen, die beiden konfessionellen Gemeindezentren sowie die Adam-Karrillon-Straße mit der Kirchhohl die Eckpunkte, die in ein Plankonzept gebracht werden mussten. Ein großes Problem stellten die vorhandene Grünanlage sowie die topographischen Gegebenheiten mit der Hanglage dar.
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Nach eingehender Beratung in den zuständigen Gremien wurde das Planungskonzept des Büros Rau verabschiedet. Diese Planung sah vor, dass zwischen den Kirchen ein multifunktionaler Platz geschaffen wird, der auch als Parkplatz genutzt werden kann. Die Hangabsicherung erfolgte mit großen Natursteinen, die aufgesetzt wurden, um dem Platz einen besonderen Charakter verleihen. Vor diesem Steinwall wurden weitere Sitzgelegenheiten aus Steinen sowie eine Freilichtbühne geschaffen.
 
In den Hang hinein ist ein kleines Mehrzweckgebäude errichtet worden, in dem eine öffentliche Toilettenanlage und ein Raum für Bewirtschaftungszwecke bei Veranstaltungen untergebracht sind.
Dieser Platz bietet weitere Möglichkeiten, in einem angenehmen Ambiente zwischen den Kirchen Veranstaltungen durchzuführen. Dort finden regelmäßig der Kinderjahrmarkt der Gemeinde, der Weihnachtsmarkt, Bauernmärkte, Open-Air-Kino und kirchliche Veranstaltungen statt.
Außerdem wird der Parkplatz von den Besuchern der beiden Kirchen benutzt.
 
Im Zuge der Platzgestaltung wurden auch die Straßenanschlüsse im Bereich der Adam-Karrillon-Straße zur Kirchbergstraße erneuert und mit einem einheitlichen Pflasterbelag versehen. In die Umbaumaßnahmen waren auch die Gestaltung des Vorplatzes beim katholischen Pfarrzentrum sowie die Herstellung eines Fußweges entlang der Mauer zum Kirchgarten und zum Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde ein-bezogen. Diese Maßnahme ist in der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen worden, da es gelungen ist, mit diesen Vorhaben mehrere Problempunkte zu lösen.
   
 
Das Highlight bildet die neu geschaffene Brunnenanlage.
 
Klicken Sie auf dieses Bild um es zu vergrößernDiese steht heute an einem Ort, wo sich früher der Zentturm befand, wie sich bei den Bauarbeiten durch die Freilegung von Mauerresten auch bestätigt hat. Zuvor stand dort ein sehr einfacher Brunnen, der bereits Schäden aufgewiesen und sich auch optisch nicht in das Umfeld eingepasst hatte.
Aus diesem Grund waren die Mitglieder des Planungsbeirates und die Vertreter der Kirchen aufgefordert, Vorschläge für ein Motiv zur Brunnengestaltung zu unterbreiten.
Es wurden verschiedene Gestaltungsvorschläge vorgelegt, die auf ortsbezogene Themen wie Landwirtschaft oder Bergbau Bezug genommen haben. Anlässlich einer Besichtigungsfahrt konnten sich die Mitglieder des Planungsbeirates weitere Eindrücke über Brunnen in verschiedenen Städten und Gemeinden der näheren Umgebung verschaffen.
 
Bei einer Sitzung des Planungsbeirates hat Planer Rau ein Modell eines Brunnens vorgestellt, das Zustimmung in den Gremien fand. Dieses Modell sah vor, einen Brunnen aus Granit und Buntsandstein zu errichten, da diese Gesteinsarten in unserer Gemarkung sehr häufig vorgefunden werden und in unserem Gemeindegebiet die Grenze verläuft.
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Ein wesentlicher Punkt bei der Brunnengestaltung war die Einbeziehung von Kunst bei der Motivauswahl. Nach ersten Kontakten mit dem Bildhauer Martin Hintenlang aus Abtsteinach im Odenwald hat dieser den Entwurf für einen Bücherbrunnen vorgestellt.
Mit diesem Motiv sollte die Bedeutung der Gemeinde Wald-Michelbach als Schulstandort dokumentiert und der enge Bezug des Standortes zu den beiden Kirchen berücksichtigt werden. Durch die Symbolik "Wasser als Quell des Lebens" und "Bücher als Quell der Wissenschaft" sollte dieser Bezug betont werden.
 
Dieses Motiv bot ideale Möglichkeiten zur Einbindung in das Modell des Brunnens, das vom Planer Rau, entworfen worden war. Das abschließende Baukonzept sah vor, dass zentral im unteren Sammelbecken eine Büchersäule errichtet wird, aus der von oben Wasser austritt und an der Säule herunterläuft. Auf den Außenmauern um den Brunnen sind einzelne Bücher postiert, aus denen ebenfalls Wasser austritt und über mehrere Ebenen in das Sammelbecken zurückfließt. Die Büchern enthalten Zitate aus der Weltliteratur, die den Besucher animieren sollen, an dieser Stelle eine besinnliche Einkehr zu halten und über den tieferen Sinn des Gelesenen nachzudenken.
Die Zitate wurden mit viel Bedacht und Überlegung von Mitgliedern des Planungsbeirates, dem Planer und dem Bildhauer Martin Hintenlang ausgewählt.
 
 
Nachdem ein Bürger der Gemeinde Wald-Michelbach die Zusage gegeben hatte, den künstlerischen Teil der Brunnenanlage durch eine großzügige Spende zu finanzieren, konnte sowohl mit dem Bau als auch mit der künstlerischen Gestaltung begonnen werden. Die Ausführung der Büchersäule und der einzelnen Bücher erfolgte in Bronzeguss durch die Kunstgießerei Walter Rom in Kundl, Tirol/Österreich.
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Einige Mitglieder des Planungsbeirates hatten die Gelegenheit beim Guss des ersten Kunstwerke anwesend zu sein, was für alle Beteiligten in nachhaltiger Erinnerung geblieben ist. Besonders das Einfüllen der glühend heißen Bronzeschmelze in die vorbereitete Gießform war ein besonderes Erlebnis.
 
Nach längerer Bauzeit konnte im Mai 2002 der neu gestaltete Bereich "Zwischen den Kirchen" mit der Brunnenanlage im Rahmen eines Bürgerfestes der Öffentlichkeit übergeben werden.
Der neu geschaffene Bücherbrunnen erfreut sich eines großen Interesses bei den Besuchern und den Bürgern unserer Gemeinde. Viele Eltern halten sich im Sommer im Bereich des Brunnens auf, wo die Kinder gerne die Möglichkeit wahrnehmen, am Wasser zu spielen.
Sehr viele Gäste haben sich schon bei uns gemeldet und sich sehr positiv über die Gestaltung der Brunnenanlage geäußert. Dabei werden besonders die Auswahl des Motivs sowie der Zitate in den Büchern hervorgehoben.
 
Nutzen auch Sie die Gelegenheit, diesen interessanten Bücherbrunnen bei einem Besuch der Gemeinde Wald-Michelbach zu besichtigen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.
 
 
Anmerkung zu Privatmaßnahmen im Zeitraum 1986 bis 1998
 
Im Zuge des Landesprogramms "Einfache Stadterneuerung" konnten mehrere private Erneuerungsmaßnahmen mit Förderung des Landes Hessen und der Gemeinde Wald-Michelbach durchgeführt werden. Um eine Gleichbehandlung der Antragsteller zu gewährleisten, hat der Planungsbeirat Richtlinien erarbeitet, auf deren Grundlage eine Förderung erfolgen konnte. Mit jedem Hauseigentümer, der eine Förderung erhalten hat, wurde eine schriftliche Vereinbarung abgeschlossen, in der die Einhaltung der Richtlinien und Vorgaben der "Einfachen Stadterneuerung" durch den Zuwendungsempfänger bestätigt wird.
Von Seiten der Gemeinde wurde den Interessenten für eine private Erneuerungsmaßnahme die Möglichkeit eingeräumt, kostenlose Beratungstermine durch das beauftragte Planungsbüro Rau in Anspruch zu nehmen. Auf Grundlage dieser Beratungsgespräche hat das Planungsbüro bei Bedarf ein Gutachten erstellt, in dem Art und Umfang der Erneuerungsmaßnahmen, die Materialauswahl, die Farbgebung und eventuell vorgesehene Begrünungen festgelegt worden sind.
Durch die privaten Erneuerungsmaßnahmen wurde nicht nur vorhandener Wohnraum saniert und erhalten, sondern auch zusätzliche Wohneinheiten innerhalb des Ortskerns geschaffen.
 
 
Während der Laufzeit des Programms wurden insgesamt 15 Privatmaßnahmen gefördert. Durch die einzelnen Sanierungsprojekte ist ein Investitionsvolumen von 1.600.000,00 € freigesetzt worden. Die Gemeinde hat die betroffenen Hauseigentümer mit Fördermitteln in Höhe von 225.000,00 € unterstützt.
 
Besonders im Bereich "In der Gass" haben sich die privaten Erneuerungsmaßnahmen positiv auf das Ortsbild ausgewirkt. In diesem Zusammenhang sollen beispielhaft die Sanierungsvorhaben bei den Anwesen Lipp, Lulay und Scholz genannt werden. Außerdem haben mehrere Eigentümer im Erneuerungsgebiet Gebäude saniert, ohne eine Förderung in Anspruch zu nehmen. Dadurch sind weitere Investitionen getätigt worden, die zur Standortsicherung des Handwerks in unserer Region beigetragen haben.
 
 
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Das Landesprogramm "Einfache Stadterneuerung" war die Grundlage dafür, dass sich die Gemeinde Wald-Michelbach in der Zeit von 1986 bis 2005 aus städtebaulicher Sicht in dem dargestellten Umfang entwickeln konnte.
Im Zuge dieser Maßnahmen wurde eine Infrastruktur geschaffen, die heute dem Einzelhandel, dem Handwerk, der Gastronomie, dem Tourismus und nicht zuletzt den Bürgern unserer Gemeinde zugute kommt.
Weiterhin tragen die Maßnahmen dazu bei, die Attraktivität unseres Ortskerns zu steigern und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Die Ziele, die im Rahmenplan vorgegeben waren, konnten bis auf wenige kleinere Vorhaben, alle erreicht werden.
 
Unser Dank gilt dem Land Hessen für die finanzielle Unterstützung, dem Planer Herrn O. Rau, der uns während der gesamten Laufzeit des Erneuerungsprogramms begleitet hat, den Mitgliedern des Planungsbeirats für die konstruktive Zusammenarbeit, der Gemeindevertretung für die vorausschauenden Beschlussfassungen, den beteiligten Firmen und allen Bürgern, die aktiv zum guten Gelingen beigetragen haben.
 
 
2006